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Morgen abend bei Beckmann im TV: Merkels Reaktion auf die Bankrotterklärung des Bundes gegenüber der Tabaklobby

10. December 2006

Rauchverbot Morgen abend um 22:45 Uhr wird die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in der ARD-Sendung “Beckmann” ankündigen, dass sie das Rauchen in öffentlichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und Arbeitsämtern verbieten will. Eine einheitliche Regelung für Rauchverbote z.B. in Schulen und Kindergärten werde aber ihrer Meinung noch auf sich warten lassen.

Ich kann das alles nicht nachvollziehen. Erst arbeitet eine Arbeitsgruppe des Bundestags monatelang an einem Konzept für einen wirksamen Nichtraucherschutz in Deutschland, der mittlerweile schon überall in Europa funktioniert. Da sich unsere gesetzgebenden Instanzen gerade in der jüngeren Vergangenheit nicht unbedingt durch große Zurückhaltung beim Verhängen neuer Verbote hervorgetan hat, wundert mich diese untypische, akribische Arbeit ein wenig. Allerdings auch nicht allzu sehr - schließlich hat man es mit einer mächtigen Lobby zu tun. Das man dann aber erst nach getaner Arbeit überdenkt, ob der Arbeitsauftrag überhaupt verfassungsmäßig ist, lässt mich nur noch eines vermuten: eine allumfassende Unfähigkeit. Mal ehrlich Leute, wer soll das denn bezahlen? Ich würde ja sagen: der Verantwortliche. Aber den gibt es ja innerhalb bürokratischer Strukturen nicht. Wie wär’s dann, wenn man die Zeche einfach die Tabakindustrie zahlen lässt? Das sind schließlich die einzigen, die von diesem Murks profitieren.

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Erneuter Erfolg für die Tabaklobby

9. December 2006

Kabinett knickt ein und schiebt »verfassungsrechtliche Bedenken« vor: Das Vorhaben der Großen Koalition, ein bundesweit einheitliches Rauchverbot in Gaststätten einzuführen, ist gescheitert. Das Kabinett will Tabakkonsum laut einem Zeitungsbericht nur in Behörden und Ministerien des Bundes untersagen. Da tut es nämlich niemanden weh…

Angst vor der eigenen Courage? Der Bund jedenfalls scheint sich wohler zu fühlen, wenn er unbequeme Entscheidungen auf die Länder abwälzt. Meiner Meinung nach hätte dem Bund eine klare Entscheidung zur Abwechslung einmal gut zu Gesichte gestanden.

Es bleibt spannend und ich werde weiterhin über den deutschen Eiertanz zum Thema Rauchverbot Nichtraucherschutz berichten. Unsere europäischen Nachbarn dürften mittlerweile allesamt entweder vor Unverständnis den Kopf schütteln oder sich vor Lachen die Bäuche halten.

Weitere Pressestimmen:
Berliner Zeitung
ARD Tagesschau
BR-Online

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Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit ist in Deutschland ein Massenphänomen

17. November 2006

Am 13. November veröffentlichte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen ihre Studie zu Medikamentenmissbrauch- und -abhängigkeit. Das Ergebnis sollte alarmieren und es dürfte die meisten überraschen. Denn denken wir beim Thema Suchtmittelabhägingkeit zunächst an Alkohol und illegale Drogen - und bei weiterem Nachdenken auch an Nikotin und Zigaretten - , kommt so schnell niemand auf die Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es geschätzte 1,4 bis 1,9 Mio. Medikamentenabhängige in Deutschland gibt. Laut drugcom.de steht demgegenüber die Zahl von etwa 140.000 abhängigen Cannabis-Konsumenten. Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Die größte Gruppe der Betroffenen, über 1 Million Menschen, ist abhängig von Schlaf- und Beruhigungsmitteln aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine. Als bekannte Beispiele dieser Mittel seien hier Valium, Tavor und Lexotanil genannt.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, erklärt dazu:

„Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit ist in Deutschland ein Massenphänomen. Es muss mehr getan werden, um die Betroffenen zu erreichen und ein öffentliches Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. [...] Damit erreicht die Medikamentenabhängigkeit in Deutschland ein vergleichbares Ausmaß wie die Alkoholabhängigkeit. In der breiten Öffentlichkeit wird diese Krankheit jedoch nur wenig wahrgenommen.“

Besonders Frauen - und hier wiederum die älteren - seien von Medikamentensucht betroffen. Viele Frauen benutzen Schlaf- und Beruhigungsmittel, um die alltäglichen Belastungen in Familie, Partnerschaft und Beruf besser bewältigen zu können. Dabei gelingt es ihnen oftmals über lange Zeit, ihre Krankheit verborgen zu halten und im Alltag den Schein der Normalität aufrecht zu erhalten.

Quellen:
Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit
Studie der DHS
drugcom.de

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